Auf der Seine von Honfleur nach Paris

Ein langer Traum ging in Erfüllung. Vorher passte es nie so recht, nun war alles perfekt. Die Kombination von Bus und Schiff, die die Twerenbold AG anbot, Landschaft Sightseeing verbunden mit Kulturprogramm, stellte sich als Luxus pur heraus: Musik in geschichtsträchtigen Gebäuden, altehrwürdige Bauten, die von einer andern Zeit erzählen, Salzspeicher, Cidre und Calvados Destillerie und endlich den Louvre sehen und ganz ohne Anstehen. Die Normandie!

Die Landschaft mit ihren wunderschönen Wolkenbildern, ganz anders als bei uns, und das immer wechselnde Licht, das die Landschaft fast mystisch umhüllte und das wir schon aus Monets Werken kannten, haben uns in ihren Bann gezogen.

Gemächlich ging es nun auf der Seine nach Paris durch diverse Schleusen, vorbei an schönen Ufern Bäumen und Sträuchern voller Misteln, an den ersten Hausboten, die vor und in Paris das ganze Ufer säumen, Dass Monets Leidenschaft das Wasser, die Landschaft, eingetaucht in Sonne oder Dunst, in seiner zweiten Schaffensperiode waren, spürte ich hier an der Seine nur zu gut und seine Bilder in der Fondation Beyeler kamen mir viel näher.

Text und Bilder von Christa Ruggaber

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Das Jahrhundert-Unwetter über Zofingen am 8.Juli 2017

Gegen 15 Uhr fing es an zu regnen, es wurde dunkler und immer lauter, es blitzte und donnerte, der Wind wurde fast zu einem Orkan und dann schlugen Hagelkörner so gross wie Aprikosen bis zu Tennisballgrösse gegen die Fenster. Es war zu spät die Blumen auf der Terrasse zu retten, sie waren zerschlagen, zerfetzt. Man konnte sie nur noch hochbinden, wenn überhaupt. Noch ahnten wir nicht, was auf uns zukommen sollte, es regnete und stürmte so nur zwei Stunden lang. Das Licht war längst erloschen und sollte auch erst 24 Stunden später wieder leuchten. Im Hof stieg das Wasser, die Treppe zur Tiefgarage verwandelte sich in einen Sturzbach. Aeste flogen umher und mein Hund hatte sich schon längst unter dem Bett verkrochen, keine zehn Pferde konnten ihn bewegen rauszukommen.

Nach zwei Stunden, als das Unwetter abflaute, machte ich mich auf Erkundungstour mit zwar nur kurzen Gummischuhen. Schon bald lief das Wasser oben rein. Bergab sah alles nicht so schlimm aus, aber die Unterführungen, der Bahnhof, die Altstadt standen unter Wasser und es stieg und stieg, füllte Keller um Keller, Laden um Laden. Die Züge hielten nicht mehr in Zofingen, „Land unter“ wie es an der Nordsee heisst. Und die Wasser brachten Schlamm und Geschiebe mit, Autos, Velos, Vespas und Seniorenmobile verschlammten und werden nun nach Polen verladen. Mit Kerzenlicht begann das Fischen im Wasser, das Wasserschieben zum nächsten Abfluss, denn wegen Stromausfall war ans Pumpen nicht zu denken, Das eine Altersheim verlor alle Vorräte und die Küche, so dass die Pensionäre ausgelagert werden mussten. Dem Zofinger Tagblatt schwamm das ganze Papierlager davon, der Bauer verlor sein Winterfutter und im Spital schwammen Verbandstoffe und Medikamente, Notstand pur.

Es war wohl ganz Zofingen auf den Beinen und die Solidarität war echt gut. Nach zwei Wochen sind wir immer noch am Aufräumen, aber trotzdem guten Mutes.

Text von Christa Ruggaber

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Irland 2017
Eine Rundreise „Facettenreiches Irland“

Schon beim Anflug auf Dublin sahen wir Grün und Wasser, zu unserer Überraschung auch Berge. Irland ist nicht nur flach, es ist recht hügelig, es ist eine junge Nation. Dublin ist eine Grossstadt, wie wir sie in der Schweiz nicht haben, geschichtsträchtig mit der Universität aus dem 16. Jahrhundert, die immer weiter ausgebaut wurde und doch erst seit 1966 auch katholische Studenten aufnimmt. Die Altstadt ist sehenswert wie auch die Gregorianischen Häuser mit ihren gepflegten farbigen Eingangstüren, ich bin Fan dieser Türen, die man übrigens auch in Australien findet, z.B. in Horbert. Und nicht zu vergessen Temple Bar! Gegen Süden fällt Kilkenny auf mit seiner Festung, die zuerst im 12. Jahrhundert erwähnt wird. Im Westen hat mich der Ring von Kerry mit seinen schönen Landschaften fasziniert, Aber hier spürt man das Mystische der Keltischen Sagen , wenn der Dunst über dem Wasser aufsteigt, den Cliffs of Moher und den Dolmen aus der Jungsteinzeit, wie die Hunnengräber im Norden auf dem Festland, die „Burren“, die karge, trockene und felsige Landschaft, aber aus jeder Ritze spriesst Leben in Form von Alpenblumen, der Golfstrom macht es möglich, und last but not least Connemara. Doch leider gibt es viel zu viele Touristen, man muss sich wirklich kleine Nischen suchen, was dank unser ganz besonders guten versierten und flexiblen Reiseführerin gelang. Eine Woche ist eindeutig zu kurz für Irland.